Past was
Perfect

Outdoor-Installation, 2020

Die Inschrift Past was perfect ist unleserlich oder an der Grenze der Unleserlichkeit, weil sie durchgekreuzt ist. Die Buchstaben werden durch eine brutale geometrische Spur vereinheitlicht und ihrer Bedeutung beraubt. Optisch ähnelt sie den Milizstrategien aus der Zeit des Kriegsrechts in Polen in den 1980er Jahren, als systemfeindliche Slogans gemalt wurden. Ein gemeinsames Motiv war dabei die Inschrift „Solidarność“ (Solidarität). Jeder wusste, dass sich unter den kreuzförmigen Rechtecken „dieses“ Wort befand. Es wurde offenbar von den Behörden ebenfalls mit Farbe zugedeckt. Es hörte auf zu existieren, aber die Wirkung wurde noch stärker. Dies war möglich, weil die Botschaft zu einem Codewort wurde, das für jeden verständlich verschlüsselt war und den Text in die Sphäre der Metapher und des sozialen Unterbewusstseins übertrug.

Bilder:
© Stefan Paruch, Past was Perfect, 2020 / Fotomontage: Tomasz Lewandowski

Stefan
Paruch

Stefan Paruch / Warschau / PL (geb. 1978 in Warschau) ist Maler und Absolvent der Akademie der Bildenden Künste in Warschau. Zusätzlich studierte er Filmtechnik an der Filmhochschule in Łódź. Er arbeitet als Professor am Institut für die Kunstpädagogik an der Grzegorzewska-Universität in Warschau.

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